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Geschäftsführer P. Weiß im Gespräch mit Bezirkstagspräsidenten

Bezirk, Parität

Das neue Bundesteilhabegesetz umsetzen und verbessern
Bezirkstagspräsident Franz Löffler trifft sich mit VertreterInnen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands

Zu einem offenen Gedankenaustausch hat sich der oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler mit dem Bezirksvorsitzenden des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Peter Weiß (Sozialteam, Geschäftsführer) und Bezirksgeschäftsführerin Andrea Ziegler in der Regensburger Bezirkshauptverwaltung getroffen.

Andrea Ziegler stellte den Verband vor: “Der Paritätische vertritt in der Oberpfalz 47 Mitgliedsorganisationen vom Rollstuhlfahrer Behindertenclub in Amberg bis zum Waldorfkindergarten in Regensburg.“
Um behinderten Menschen Beschäftigungsmöglichkeiten auch außerhalb der Werkstätten für Menschen mit Behinderung zu schaffen, fördert das Bundesteilhabegesetz durch das „Budget für Arbeit“ ab 2018 ArbeitgeberInnen mit Lohnkostenzuschüssen von bis zu 75 Prozent, wenn diese ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis mit einer ortsüblichen Bezahlung anbieten. „Dieses Budget für Arbeit muss richtig eingesetzt werden, um Menschen in Arbeit zu halten oder wieder in Arbeit zu bringen“, sagte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Dabei müsse man auch die Qualität der neu am Markt auftretenden Anbieter sorgfältig beobachten. Retex-Geschäftsführer Helmut Endle machte deutlich, dass die Menschen verschiedenste Störungen aufweisen, die im Arbeits-prozess berücksichtigt werden müssen. Für BSV-Referatsleiter Josef Hartl ist die Haltung des Arbeit-gebers und der Kollegen im Betrieb ausschlaggebend: “Die müssen mitziehen, wenn ein Mensch mit Behinderung eingestellt wird!“.

Der Bezirk unterstützt in der Oberpfalz 812 Menschen mit Behinderung, die einen gewissen Hilfebedarf haben, aber in ihrer gewohnten Umgebung weiter wohnen wollen und können. In diesem „Betreuten Wohnen“ werden die Leistungen der Anbieter mit dem neuen Bundesteilhabegesetz ab 2018 in ein neues Entgeltsystem überführt. „Der überwiegend ländliche Raum der Oberpfalz mit seinen weiten Fahrstrecken zu den betreuten Menschen darf durch diese Neuregelung nicht benachteiligt werden“, forderte Peter Weiß, Bezirksvorsitzender der Paritätischen, ein. Bezirkstagspräsident Löffler stellte fest: „Die Menschen im „Betreuten Wohnen“ wollen und sollen da bleiben, wo sie sind und es ihnen gut geht.“

Menschen in psychischen Krisen brauchen Ansprechpartner. Die Bezirke in Bayern und der Freistaat wollen das bisherige Netz an Hilfsangeboten durch einen flächendeckenden Krisendienst ausweiten. Bezirkstagspräsident Löffler wie auch die VertreterInnen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands waren sich darin einig, dass dabei auf die bestehenden Strukturen wie die Sozialpsychiatrischen Dienste und Kriseninterventionsdienste aufgebaut werden soll. Für Sozialteam-Geschäftsführer Peter Weiß gilt als Richtschnur, dass rechtzeitige Krisenintervention helfen soll, Zwangseinweisungen in Psychiatrische Kliniken zu vermeiden. Dr. Benedikt Schreiner, Leiter der Bezirkssozialverwaltung, will sich im Herbst mit den Leistungsträgern der psychiatrischen Versorgung in der Oberpfalz an einen Tisch setzen, um für die Oberpfalz das weitere Vorgehen festzulegen.